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 Berühmte Volksfeste in Europa
Heute: Die „Tilburgse Kermis“ in den Niederlanden

Über 30.000 Volksfeste in Europa ziehen jedes Jahr Millionen Menschen in ihren Bann. Wohl kaum eine andere Kultursparte erreicht ein so großes Publikum. Viele der Veranstaltungen haben eine jahrhundertealte Tradition In einer Artikelserie stellen wir im Komet berühmte europäische Volksfeste vor. Folge 8: Die „Tilburgse Kermis“ in den Niederlanden.
Dass die Kirmessen in den Niederlanden ein beliebtes Freizeitprodukt sind, erkennt man nicht nur an den Millionen von Menschen, die jedes Jahr die Feste besuchen. Für die Niederländer sind sie ein wichtiges Teil der Volkskultur, wie eine Umfrage vor zwei Jahren ergab. Die Tilburgse Kermis, im Jahr 1570 erstmals erwähnt, ist die größte Kirmes in den Niederlanden. Sie zieht jedes Jahr im Juli für zehn Tage die Menschen in ihren Bann.
 

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 Europäische SChausteller-Solidarität im juli 2007 in Tilburg
Dann wird die Innenstadt mit den bunten Fahrgeschäften und Buden zu einem riesigen Festplatz. Die zahlreichen Bars, Cafes, Kneipen und Restaurants schmücken sich mit Kirmes Accessoires. Und auch einige Anwohner dekorieren ihre Fenster und Balkone. Man spürt, wie tief verwurzelt die Menschen mit ihrer Kirmes sind. Fester Bestandteil des Programms ist seit vielen Jahren der „Pink Monday“ mit einem großen Umzug, auf dem sich Homosexuelle aus ganz Europa in Tilburg treffen.


Demonstration für die Sicherung der Volksfeste

Die Tilburgse Kermis ist nicht eines der größten europäischen Volksfeste, sondern auch ein Ort, an dem leidenschaftlich für das Schaustellergewerbe gekämpft wird. Mit einer eindrucksvollen Demonstration protestierten europäische Schausteller Ende Juli 2007 hier erfolgreich gegen Pläne der Regierung in Den Haag, den kulturellen Status der Volksfeste in den Niederlanden abzuschaffen und damit verbunden, die Mehrwertsteuer von 6 auf 19 Prozent zu erhöhen. Auf dem großen Kirmesplatz von Tilburg drehte sich für kurze Zeit kein Karussell mehr, das Riesenrad stand still und die Musik an den Geschäften war abgestellt. Alle 245 Schaustellerbetriebe beteiligten sich für eine symbolische Viertelstunde an der Demonstration. Lautstark unterstützt wurden sie dabei von Vertretern der Behörden, Kirchen und zahlreichen Kirmesbesuchern, die mit 60.000 Leuchtstäben winkend immer wieder ihr „Neeee!“ zu den Kabinettsplänen skandierten.

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Treffpunkt Tilburgse Kermis 2011. Am „Pink Monday“ wird die Kirmes rosa.
Unterstützung für die niederländischen Schausteller gab’s auch von Kollegen aus den Nachbarländern. Das ESU-Präsidium war eigens nach Tilburg angereist. Präsident Albert Ritter nannte die Forderung der neuen niederländischen Nationalregierung, den kulturellen Status der Volksfeste in den Niederlanden abzuschaffen „unannehmbar“. Er verwies auf die kulturelle Bedeutung der Volksfeste und die Notwendigkeit, dieses Kulturgut zu schützen. Die Schaustellerdemonstration war von Erfolg gekrönt. Die niederländische Regierung zog nach dem Nein der Schausteller ihre Pläne zurück.
In Tilburg wurde nicht nur für die niederländischen sondern für die Interessen aller europäischen Schausteller demonstriert und ein dringender Appell an die EU-Regierungen gerichtet, akzeptable Rahmenbedingungen für das europäische Schaustellergewerbe zu schaffen.