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Berühmte europäische Volksfeste
Heute: Die „Meifoor“ in Belgien

Die Volksfeste in Europa ziehen jedes Jahr Millionen Menschen in ihren Bann. Wohl kaum eine andere Kultursparte erreicht ein so großes Publikum. Viele der Veranstaltungen haben eine jahrhundertealte Tradition. In einer Artikelserie stellen wir im KOMET berühmte europäische Volksfeste vor. Heute: Die „Meifoor“ in Belgien.

1128, 1200, 2000, 2002 … Jahreszahlen, die in der Geschichte der Stadt Brügge eine wichtige Rolle spielen. 1128 erhielt die größte Stadt der Provinz Westflandern das Stadtrecht; um das Jahr 1200 herum datiert die Gründung der „Meifoor“, der beliebten historischen Kirmes; im Jahr 2000 erklärte die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) den mittelalterlichen Stadtkern von Brügge zum Weltkulturerbe und 2002 schließlich war die belgische Hansestadt Europäische Kulturhauptstadt.

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Die Meifoor ist eines der ältesten Volksfeste in Belgien. Foto: Michiel Dumon

Soviel Kultur ist schon beeindruckend! Kein Wunder also, dass Brügge eine Tourismushochburg ist, die jeden Besucher unmittelbar packt und in ihren Bann schlägt. Die Stadt präsentiert sich als ein großes Museum, dessen Schätze erkundet werden wollen. Und mittendrin wird jedes Jahr im Mai drei Wochen lang Kirmes gefeiert. Dann locken spektakuläre Fahrgeschäfte, traditionelle Karussells, Schießstände, Verlosungen und Süßwarenstände zum traditionellen Volksfestvergnügen.
Es war der flämische Graf Baldwin IX, der vor über 800 Jahren das Volksfest ins Leben rief. Stand zunächst der Markthandel im Vordergrund, so entwickelte sich die Meifoor im Laufe der Jahrhunderte zu einer der beliebtesten Kirmessen in Belgien.

Volksfeste in Flandern als immaterielles Kulturgut anerkannt
Die Volksfeste in Flandern wurden im Jahr 2014 in die nationale Liste für das immaterielle Kulturerbe aufgenommen worden. Die kulturelle Anerkennung der Volksfeste durch die flämische Regierung ist eine Voraussetzung für den Antrag auf Aufnahme in die Liste der immateriellen Kulturgüter bei der UNESCO. Auf der „Sinksenfoor“ in Antwerpen hatte die flämische Ministerin für Umwelt, Natur und Kultur, Joke Schauvliege, am 23. Juni 2014 die gesellschaftliche Bedeutung der Kirmessen im Land unterstrichen und den belgischen Schaustellern für ihr Engagement gedankt. Präsident Albert Ritter nannte die Entscheidung der flämischen Regierung „ein wichtiges Signal für die europäischen Nachbarländer, die Volksfeste auch dort langfristig als immaterielles Kulturgut zu schützen.“

Die nächste Meifoor findet vom 5. bis 28. Mai 2017 statt.

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„Kirmes ist Kultur!“ Die flämische Kulturministerin Joke Schauvliege auf der „Sinksenfoor“.
Links: ESU-Vizepräsident Franck Delforge. Rechts: Generalsekretär Steve Severeyns. Foto: ESU

Volksfeste... 

 

  • … üben seit vielen Jahrhunderten in Europa einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft, der menschlichen Sozialisation und des Tourismus aus; 
  • … stellen ein einzigartiges und außergewöhnliches Zeugnis einer Jahrhunderte alten Kulturtradition dar;
  • … sind ein herausragendes Beispiel eines Typus von Bräuchen, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen;
  • … sind eine Ausdrucksform, so wie Sprache, Handwerk oder Musik, die von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder neu gestaltet wird.

 

 

Die Schausteller sind die Träger der Volksfestkultur. Sie halten Traditionelles lebendig und entwickeln zugleich ständig neue Attraktionen. Ohne Schausteller keine Kirmes.