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ESU-Standpunkt
Heute zum Thema: Reduzierter Mehrwertsteuersatz

Die Erfolge, die die Europäische Schausteller-Union seit ihrer Gründung im Jahr 1954 erzielen konnte, sind das Ergebnis intensiver Gespräche und Verhandlungen mit den Ansprechpartnern in Politik, Verwaltung und Verbänden. Die Themenpalette reicht dabei von Verkehrs- und Sicherheitsfragen, Normung, steuerlichen Entlastungen, Sicherung von Standorten, Windlast- und Umweltschutzzonen, kulturelle Anerkennung der Volksfeste bis hin zum Lebensmittelrecht und Weiterbildung. Und immer geht es um die Verbesserung der Rahmenbedingungen, denn nur so ist langfristig eine Sicherung von Arbeitsplätzen und der Erhalt des jahrhundertealten Kulturguts Volksfest möglich.

In einer Artikel-Serie möchten wir die Positionen und Forderungen der ESU zu den aktuellen Branchenthemen erläutern. In der heutigen Ausgabe geht es um den reduzierten Mehrwertsteuersatz und die Forderung nach europaweiten einheitlichen Regelungen für die Schausteller.

Protestplakat zur Demonstration der niederländischen Schausteller
im Juni 2015 in Den Haag: „Ich sage NEIN!
Zu 21 Prozent Mehrwertsteuer!“ Foto: BOVAK/NKB
Hintergrund:

Die steuerlichen Belastungen sind für die Schaustellerunternehmen in Europa nach wie vor ein großes Problem. Drastische Sparmaßnahmen und neue Steuergesetze bedeuten für die Branche Umsatzeinbußen, gefährden Arbeitsplätze und damit langfristig die Existenz der Volksfeste. Die Europäische Schausteller-Union setzt sich daher seit vielen Jahren in ihren Verhandlungen in Brüssel und den nationalen Parlamenten für reduzierte Steuersätze im europäischen Schaustellergewerbe ein. In Deutschland, den Niederlanden, Irland oder Finnland profitieren die Kollegen von den reduzierten Steuersätzen. Anders sieht es zum Beispiel in Großbritannien aus, wo die Schausteller derzeit noch den erhöhten Umsatzsteuersatz von 20 Prozent – in der Landessprache „Value added tax“ kurz „VAT“ genannt zahlen.

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Die Forderung der ESU nach Entlastungen im Steuerrecht für das europäische Schaustellergewerbe
bildet einen zentralen Schwerpunkt auf dem ESU-Kongress 2016 in Lissabon. Foto: ESU

Unsere Forderung:

Die europäischen Volksfeste sind ein beliebtes Freizeitprodukt. Das belegen die konstant hohen Besucherzahlen. Und dort, wo an diesem Produkt mit neuen Ideen und Angeboten weitergearbeitet wird, wo die Instrumente von Werbe- und Marketingkampagnen eingesetzt werden, stimmen auch die Umsätze. Dies gilt im Übrigen auch für die Weihnachtsmärkte, die für viele Schausteller – nicht nur in Deutschland – eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle im Jahr bedeuten. Doch um am Markt bestehen zu können, um wettbewerbsfähig bleiben zu können, um erfolgreich zu sein, müssen auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Und hier sind die Verantwortlichen in der Politik aufgefordert, sich der Interessen der klein- und mittelständischen Schaustellerbetriebe in Europa anzunehmen und unternehmerisches Engagement zu fördern. Neben dem Engagement der Schausteller erwartet die Europäische Schausteller-Union auch von der Politik eindeutige Signale. Bei der Besteuerung von Schaustellerunternehmen herrscht in Europa eine erhebliche Rechtsunsicherheit. ESU-Präsident Albert Ritter. „Wir fordern die EU und die nationalen Parlamente auf, eindeutige Regelungen zu schaffen und den reduzierten Steuersatz für die Branche europaweit einzuführen.“

Februar 2016: In London verhandelt der britische Schaustellerverband mit Regierungsvertretern
um Steuerentlastungen für die Kollegen, (v.l.) Altpräsident David Wallis, Altpräsident
Jimmy Williams, William Wilson MBE und der irische ESU-Vizepräsident Chris Piper.
Foto: Showmen's Guild of Great Britain

Europas Schausteller machen Druck gegen Steuererhöhungen

Lissabon, Januar 2014. Mit zahlreichen Paraden und Protesten demonstrieren portugiesische Schausteller gegen die Steuerpolitik der portugiesischen Regierung. 
Den Haag, Juni 2015. Zu Hunderten protestieren niederländische Schausteller mit ihren Transporten und Geschäften auf dem Malieveld erfolgreich gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für ihre Branche von 6 auf 21 Prozent.
London, Februar 2016. Die Themen Umsatz- und Verbrauchssteuer stehen im Mittelpunkt eines Gespräches, das der britische Schaustellerverband Showmen’s Guild of Great Britain mit Vertretern des Finanz- und Wirtschaftsministeriums führt. Die britischen Kollegen machten deutlich, welche negativen Auswirkungen die hohen Steuerbelastungen für die Unternehmen aber auch für die Freizeitindustrie hätten. Unterstützt wird die Delegation vom irischen ESU-Vizepräsidenten Chris Piper, der über die positive Entwicklung des Schaustellergewerbes in Irland nach Einführung des reduzierten Steuersatzes für die Branche informierte.

Die ESU ist ein starker Berufsverband – für die Schausteller, das Schaustellergewerbe und die Volksfeste in Europa.